Vor meiner Zeit (Teil 3)

Ich dachte immer ich muss jederzeit für andere Menschen da sein. Zu allererst für meine Familie und für meine Freunde. Denen muss es gut gehen. Da muss ich zuhören, präsent sein, wann immer ich gebraucht werde. Nein, das muss ich nicht. Es sollte zuerst mir gut gehen, wenn sich das auch für manche egoistisch anhört, aber das ist es nicht! Wenn es mir gut geht und ich mich wohl fühle, ausgeglichen bin, dann geht es automatisch auch meinem Umfeld gut. Mir wurde von Tag zu Tag immer mehr bewusst, was positive Gedanken aus mir machten. Ich sah Dinge in meinem Leben, die ich zuvor wegen meiner negativen Gedankenwelt einfach ausgeblendet hatte, in einem ganz anderen Licht. Mir wurde auf einmal klar, was ich alles besaß und wofür ich dankbar sein konnte. Ich hatte dafür den Blick Jahre zuvor verloren.

Selbst Dinge, wie morgens das Wasser aufzudrehen, zu duschen, den Kühlschrank zu öffnen und immer etwas zu Essen zu haben, betrachtete ich aus einem anderen Blickwinkel. Bei Gesprächen mit anderen Menschen bin ich viel hellhöriger geworden. Ich spüre ihre Negativität und Unzufriedenheit ganz extrem. Sie betreten einen Raum und allein durch ihre Anwesenheit versprühen sie Missempfindungen. Und darauf reagiere ich. Mit meinem Bauchgefühl.

„Vor meiner Zeit“ hätte ich mich zu ihnen ins selbe Boot gesetzt. Sie mit meinen negativen Gedanken unterstützt, ja sogar bestärkt. Ich habe auch hierfür einen Weg für MICH gefunden. Ich höre zwar zu, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Diese Menschen bringen immer wieder zum Ausdruck, was sie nicht mögen, was sie nicht haben. Der Blick richtet sich bei ihnen in die falsche Richtung. Sie haben ihre Dankbarkeit verloren, für all das, was sie besitzen.

Ich versuche jedenfalls ihre Worte in eine positive Richtung zu bringen, alles von zwei Seiten zu betrachten. Die Gefahr besteht nämlich darin, dass man im Umgang mit negativen Menschen, ganz schnell deren Haltung annimmt. Man lässt sich womöglich auf ihre Negativität ein und verharrt darin.

Sollte „mein Plan“ sie positiv zu beeinflussen nicht funktionieren, dann beende ich das Gespräch. Ich lasse mich niemals mehr durch andere Menschen und ihr negatives Gedankengut in eine Ecke drängen. Es sind die ihren und nicht meine.

Dazu möchte ich noch erwähnen, dass auch in mir noch negative Gefühle entstehen. Aber ich habe gelernt, anders mit ihnen umzugehen, ihnen keinen Raum mehr zu lassen und wenn, dann nur so lange, bis die negativen Gedanken sofort in eine positive Richtung gelenkt werden. Glaubt mir, es funktioniert.

Fortsetzung folgt…

Und weiter geht’s

Meine lieben Menschen, nun widme ich mich wieder meinem Blog.

Die Operation meiner Sprunggelenksfraktur (Innen- und Außenseite) habe ich gut überstanden. Nach fünf Tagen Krankenhausaufenthalt bin ich endlich zu Hause. Und ich sage euch, diesen Bruch habe ich persönlich angezogen. Vielleicht erinnert ihr euch, dass „mein Evangelisches Krankenhaus“, in dem ich arbeitete, geschlossen wurde. Nun gibt es in unserer Kleinstadt nur noch eins. Die beiden Häuser standen sich nie sehr nahe. Es herrschte ständig ein Konkurrenzdenken, vielleicht lag es auch an der „Barriere“ Katholisch/Evangelisch.

Wochen vor meinem Bruch drehten sich meine Gedanken nur um das gesund bleiben. „Ich darf NICHT krank werden, ich möchte NICHT in dieses Katholische Krankenhaus, es darf mir NICHTS passieren.“ Und ich sage euch, mein Unterbewusstsein hat dieses NICHT ignoriert. Es hat nur verstanden, dass ich krank werden möchte und in dieses Katholische Krankenhaus will. Ich bin davon fest überzeugt. In all den 56 Jahren meines Erdendaseins bin ich schon des Öfteren gestolpert, die Treppe hinauf, die Treppe hinuntergefallen. Ich wäre auf meinem alten Arbeitsplatz wunderbar versorgt worden. Jeder kannte jeden und so wäre ein Krankenhausaufenthalt das kleinere Übel gewesen. Das Haus schließt, die Panik packt mich und schwups knickt die kleine Susann um und bricht sich das Sprunggelenk. DAS IST KEIN ZUFALL!

Nun bin ich wieder zu Hause. Den Tag verbringe ich meist liegend, Bein hochlegen und für den Weg zur Toilette steckt mein Füßchen in einem Orthoped-Schuh und meine lilafarbenen Krücken unterstützen meine Fortbewegung. Ich würde jetzt lügen, wenn ich sage, dass ich schon schmerzfrei bin. Leider nicht, aber Schmerztabletten überbrücken diese Phase, obwohl ich ein absoluter Gegner von Tabletten bin. Manchmal geht es eben nicht anders. Was für mich ein viel größeres Problem ist, ist diese Abhängigkeit. Ich brauche bei fast allem Hilfe. Meine Familie kümmert sich rührend um mich. Mein Mann hat die Ohren eines Luchses und sobald ich mich bewege steht er neben mir und fragt, ob ich Hilfe brauche. Meistens brauche ich sie auch. Mir wird auf einmal bewusst, wie eingeschränkt man ist, wenn ein Körperteil nicht richtig funktioniert. Wie wichtig es ist, liebe Menschen um sich zu haben. Auf der anderen Seite werde ich auch einige wieder von meiner, nun ich würde es mal als „Bekanntenliste“ bezeichnen, einfach streichen. Eine Erkrankung, wie leicht oder schwer sie auch ist, öffnet die Augen und macht vieles bewusster. Was ich euch aber noch sagen möchte, ich wache jeden morgen auf und bin dankbar, sehr dankbar. Bei meinem Sturz bin ich nur ganz knapp einem großen Stein entwichen, ich hätte auch mit dem Kopf oder dem Rücken auf diesen Stein fallen können. Das Füßchen wird wieder gesund und meine positiven Gedanken werden den Heilungsverlauf beschleunigen.

Bis morgen mit dem dritten Teil „Vor meiner Zeit“.

Kommt alle gut durch den Tag und passt auf euch auf.

Vor meiner Zeit (Teil2)

Die Pforten meines Lebensabschnittes „vor meiner Zeit“ sind für immer geschlossen. Die ersten Wochen danach ging es mir richtig schlecht. Ich trauerte um die vergangenen Jahren im Krankenhaus, was sich bei mir auch immer noch körperlich bemerkbar machte. Kreuz- und Kopfschmerzen, aber vor allem Schlaflosigkeit, was ich zu dieser Zeit am schlimmsten empfand. Um drei Uhr nachts, war für mich der Schlaf beendet. Ich versuchte mich durch verschiedene Tätigkeiten abzulenken. Lesen, aufräumen, Schubladen auswaschen. Ich drehte mich wie in einem Hamsterrad und hatte meine Gedanken nicht mehr unter Kontrolle. Immer wieder haderte ich über die Schließung des Krankenhauses, über die Ungerechtigkeiten, gab diesem und jenem die Schuld. Menschen sprachen mich fast täglich darauf an und mein Hamsterrad drehte sich erneut. Es gab nichts Positives in meinem Kopf.

Plötzlich, ich kann es nicht mehr genau datieren, wann es geschah, hielt ich inne und zog mich für Stunden zurück. Ich saß bequem auf meinem Sessel und erzählte mit mir selbst. Ich versuchte zu hinterfragen, warum es mir so schlecht ging. War es doch schon Jahre mein Wunsch gewesen, nicht mehr in diesem Krankenhaus zu arbeiten. Er wurde mir doch jetzt erfüllt. Der Weg war zwar anders geplant, als ich es mir die ganze Zeit vorgestellt hatte, aber dennoch war dieser Arbeitgeber nun Vergangenheit. Was war mit mir geschehen? Es konnten nur meine Gedanken sein, die in der Vergangenheit festhingen. Und genau diese Gedankenspirale musste ich durchbrechen. Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich fast täglich, wie?

Ich dachte plötzlich über Bekannte und Freunde nach und kam unmissverständlich zu der Erkenntnis, dass mir einige davon nicht gut taten. Man trifft im Leben immer wieder auf Menschen, von denen man begeistert ist. Ich stellte mir ganz ehrlich die Frage, „was begeistert dich an ihnen?“ Zu meinem Erschrecken musste ich feststellen, dass ich genau diese Menschen wiederum durch mein Verhalten angezogen hatte. Sie waren mehr oder weniger mit ihrem Leben auch unzufrieden und begaben sich auf meine Schwingungsebene. Heute sehe ich es so, dass sie ein Spiegel meiner Selbst waren. Genau aus diesem Grund waren sie in mein Leben getreten. Ich muss erwähnen, dass ich diesen Menschen schon ein paar Jahre vor der Schließung des Krankenhauses begegnete. Sie waren auf meinen Zug aufgesprungen oder ich auf ihren. Ohne mein sichtbares Zutun zogen sich diese Menschen dann irgendwann vor mir zurück. Die erste Zeit haderte ich noch darüber und verstand deren Verhalten nicht. Ich war und bin doch eine freundliche Zeitgenossin, in Freundschaften jederzeit loyal und eine gute Zuhörerin. Was hatte ich falsch gemacht, dass sich diese Menschen von mir abwandten.Heute kann ich nur sagen, nichts! Alles ist gut und ich bin dankbar dafür, denn durch meine neue Gedankenwelt, zog ich wiederum Menschen an, die zu mir passen.

Fortsetzung folgt…

Vor meiner Zeit (Teil 1)

Wenn ich von „vor meiner Zeit“ rede, dann geht es eigentlich nur um ein halbes Jahr. Vor einem halben Jahr war alles anders. Bisher dachte ich immer, es war besser. Aber nein, ich muss dem am heutigen Tage widersprechen.

Ich arbeitete, und diese Vergangenheitsform befremdet mich schon ein wenig, in einem Krankenhaus. 38 Jahre habe ich dort verbracht. Es wurde wegen Misswirtschaft des Managements am 30.09.16 geschlossen. Ich möchte mich eigentlich gar nicht mehr so sehr diesem Thema widmen, da es „vor meiner Zeit“ war. Aber zum besseren Verständnis muss ich die Zeit ein bisschen zurückdrehen.

Die letzten zwei Jahre waren gefüllt mit Unwohlsein, Schlafstörungen, Unzufriedenheit und täglichen Bauchschmerzen. Kurz gesagt, ich war nicht mehr glücklich und überlegte schon Jahre zuvor meinen Arbeitsplatz zu wechseln. Es war eigentlich im Stillen ein großer Wunsch von mir. Im Grunde genommen hat er sich erfüllt, nur wie es passierte, war für mich und all meine Kolleginnen und Kollegen alles andere als schön. Wir haben für den Erhalt unseres Krankenhauses gekämpft. Demos, Leserbriefe, Unterschriftensammlungen waren zur Tagesordnung geworden. Zu diesem Zeitpunkt wurden wir schon lange belogen und kämpften vergebens gegen Windmühlen.

Für mich brach auch zuerst eine Welt zusammen, obwohl ich schon länger gerne etwas anderes getan hätte. Es war nicht nur der Verlust des Arbeitsplatzes, sondern auch die vielen lieben Menschen, die mir in all den Jahren ans Herz gewachsen waren. Natürlich gibt es auch diejenigen, die dir das Leben zur Hölle machen, die Besserwisser, die Egoisten, die mit sich und ihrem Leben unzufrieden sind und andere mit in den Sumpf ziehen wollen. Aber da komme ich auf eine Zahl, die kleiner ist als drei.

Bevor ich mich meiner „neuen Zeit“ widme, möchte ich noch betonen, dass ich meinen Kolleginnen und Kollegen, auch denen, die das Höllenfeuer schüren, nur das Beste und alles Gute für die Zukunft wünsche.

Was ich euch hier erzähle sehe ich nur von meinem Standpunkt aus. Ich bewerte andere nicht, jeder hat eine andere Vergangenheit und Wünsche für die Zukunft. Ich sage nur, was ICH empfinde und wie ich meine „neue Zeit“ sehe, aber vor allem möchte ich euch vermitteln, wie sich alles auf eine wunderbare Weise für mich verändert hat.

Fortsetzung folgt…

Hä?

Am 14. Februar ist Valentinstag. Wir werden schon jetzt mit Werbung überschüttet. Pralinen, Parfüm oder Blumen sind ja ganz okay. Aber wer um Himmels Willen möchte am Valentinstag einen Hornhautentferner auspacken? Ihr lieben Werbemenschen, kennt ihr uns Frauen überhaupt? Glaubt ihr wirklich, dass uns ein Hornhautschäler verzückt in die Luft springen lässt? Nein, nein, nein und nochmals nein! 

P.S. Ich lege übrigens keinen Wert auf diesen Valentinstag. Mir beudeuten kleine Überraschungen an jedem anderen Tag viel mehr. 

Meine lieben Menschen, kommt gut durch den Tag. ❤

Was ist passiert?

Hoppla, da lacht jemand. Ich sehe fröhliche Menschen. Ich höre jemanden „Hallo“ sagen und auf meine Frage „Wie geht’s dir?“, bekomme ich doch tatsächlich die Antwort „Es geht mir richtig gut.“. Ich beobachte Menschen, die miteinander reden, sich an der Hand halten, Menschen die sich einander zuwinken, die dankbar sind für all das, was sie haben. Menschen, die mit anderen teilen. Es gibt keine Missgunst und keinen Hass. Ich sehe Bäume, bunte Blumen, Kinder die Versteck spielen. Es gibt keine Waffen mehr, keine Krankheiten, ich fühle den Frieden und sehe die Liebe. 

Da kommt mir ein älterer Mann entgegen, den ich freundlich frage: „Auf welchem Planeten bin ich eigentlich?“

Er antwortet mir freundlich: „Wach auf, du träumst nur.“ 

Das habe ich mir schon gedacht. 

Meine lieben Menschen, kommt gut durch den Tag. ❤